Nach dem Zeltabbau am Thompson Creek Campground ging es zurück auf den Icefields Parkway und weiter nach Norden zum Parker Ridge Trail. Der Weg geht über 2,7 km und 250 Höhenmeter in Serpentinen recht zügig über die Baumgrenze auf einen Grat, von dem man einen hervorragenden Blick auf den Saskatchewan Glacier hat. Es ist immer wieder beeindruckend einen Gletscher zu sehen, aber auch gleichzeitig traurig: Man sieht sofort, wie weit sich das Eis aus dem Tal zurückgezogen hat. Der Saskatchewan Glacier ist der längste der sechs Auslassgletscher des Columbia Icefield und die Quelle des North Saskatchewan River.

Saskatchewan Glacier vom Parker Ridge

Zurück am Auto ging es weiter zum Wilcox Pass Trail, der eine tolle Aussicht auf den Athabasca Glacier versprach. Und man musste gar nicht lange laufen, und konnte ihn schon sehr gut sehen. Der Wanderweg war dann allerdings ein wenig länger als gedacht, die Angabe die wir gelesen hatten, bezog sich nur auf den eigentlichen Wilcox Pass. Um eine tolle Sicht auf den Gletscher zu haben, mussten wir nochmal 1,3 km (oneway) zur Abbruchkante vor laufen. Dabei war es ganz schön windig, aber wir konnten in der Ferne noch Dickhornschafe sehen. Das Teleobjektiv mitzutragen lohnte sich also zum Glück. Vorne angekommen konnten wir recht gut das Eisfeld über den gesamten Bergkamm hinweg sehen, sowie natürlich den Athabasca Glacier.

Erste Begegnung mit Dickhornschafen – Bild 1
Erste Begegnung mit Dickhornschafen – Bild 2
Aussicht vom Viewpoint – Bild 1
Aussicht vom Viewpoint – Bild 2
Aussicht vom Viewpoint – Bild 3
Aussicht vom Viewpoint – Bild 4
„Busbahnhof“ auf Gletscher

Auf dem Rückweg hatten wir dann nochmal Dickhornschaafs-Glück. Ein einzelnes Tier lief direkt vor uns über den Wanderweg und posierte für uns. Zurück am Auto hatten wir dann 9,5 km und 410 Höhenmeter gelaufen.

Dickhornschaf auf dem Rückweg – Bild 1
Dickhornschaf auf dem Rückweg – Bild 2

Zwei Kilometer weiter parkten wir dann auf dem Parkplatz vor dem Athabasca Glacier und liefen über die Moräne ganz nach vorne, bis wir ein paar Meter auf dem Eis selbst standen. Zum ersten Mal auf einem Gletscher gestanden hatten wir auf dem Huemul Circuit in Patagonien (siehe Panamericana Tag 118-121). Dabei kamen nochmal weitere 4,2 km und 120 Höhenmeter dazu.

See und Geröll vor dem Athabasca Glacier
Weg über Moräne
Selfie auf dem Athabasca Glacier
Oberer Teil des Athabasca Glaciers

Auf dem Weg dorthin stehen Marker mit Jahreszahlen, die zeigen, wie weit der Gletscher damals reichte. Am Höhepunkt der Kleinen Eiszeit, zwischen 1840 und 1860, lag die Zunge noch rund zwei Kilometer weiter im Tal als heute. Seitdem zieht sich das Eis um etwa fünf Meter pro Jahr zurück.

Danach folgte ein kurzer Stopp bei den Sunwapta Falls, wo wir allerdings nur zum oberen Wasserfall direkt am Parkplatz gingen. Für die Wanderung zu den unteren Fällen war es schlicht schon zu spät am Tag.

Sunwapta Falls

Auch die Athabasca Falls liegen zum Glück nah am Parkplatz. Rundherum sah man die Spuren des Feuers von 2024, viele Bäume waren abgebrannt oder tot.

Athabasca Falls

Die letzten 25 km fuhren wir dann in Richtung Jasper zum Wapiti Campground. Dort erinnerte uns der Park Ranger am Eingang an die Verhaltensregeln im Bärengebiet, und später noch einmal: Alles, was riecht, also Essen ebenso wie Kosmetik und Hygieneartikel, muss zwingend ins Auto und keinesfalls ins Zelt. Tagsüber sei ein Grizzly über die Anlage spaziert.

Anschließend ging es noch ins 5 km entfernte Jasper, wo aktuell viele Häuser neu aufgebaut. Am 22. Juli 2024 entzündeten Blitze mehrere Feuer im Jasper National Park, die zwei Tage später auch den Ort Summer. Dabei brannten 358 der 1.113 Gebäude ab, rund 25.000 Menschen mussten evakuiert werden. Mit gut 32.000 Hektar war es der größte Brand im Park seit über hundert Jahren.

Im Supermarkt kauften wir für die anstehende Wanderung auf dem Berg Lake Trail ein und nahmen zusätzlich Würstchen zum Grillen mit. Zu unserer Überraschung gab es im Jasper National Park kein Feuerverbot und die standardmäßig zu bezahlende Fire Permit inkludiert auch Feuerholz. Zurück am Campingplatz freuten wir uns dann sehr am Lagerfeuer und den gegrillten Würstchen. Nur die Dusche mussten wir auf den nächsten morgen verschieben, abends gäbe es nämlich gewöhnlich kein warmes Wasser mehr

Unser Camp auf dem Grillen am Wapiti Campground in der Abendsonne
Kategorien: Kanada2026

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