Nach dem Aufstehen ging es für mich nochmal schnell weitere Vorräte einkaufen und danach genossen wir den Luxus, dass unser Hostel für alle Gäste Frühstück anbietet. Direkt im Anschluss packten wir unsere Sachen ins Auto und fuhren zum Fisherman’s Wharf, von wo die Whalewatching-Tour startete, die wir gestern Abend noch gebucht hatten. Wir hatten länger hin und her überlegt, ob wir die nicht ganz günstige Tour machen möchten, hatten uns dann aber doch dafür entschieden, da uns die Walbeobachtungen in Südamerika jeweils unglaublich begeistert hatten (siehe zum Beispiel Tag 305 und Tag 178).
Mit dem halboffenen Boot ging es recht zügig auf das fast schon spiegelglatte Wasser der Strait of Juan de Fuca in Richtung der US-amerikanischen Gewässer. Tatsächlich mussten wir uns gar nicht so lange gedulden, bis sich der erste Buckelwal in der Ferne blicken ließ. Kurz darauf war dann auch schon ein zweiter zu sehen, der etwas näher bei uns am Boot war. Und so ging das Spiel dann immer weiter, wir suchten fleißig nach Walen und konnten immer wieder welche sehen.







Zum Ende der Tour fuhren wir noch zum Race Rocks Lighthouse auf der gleichnamigen Insel, wo man Seelöwen sehen, hören und riechen konnte. Der Leuchtturm ist der zweitälteste an der Westküste Kanadas und verpasste den Titel des ältesten um gerade einmal sechs Wochen: Das Fisgard Lighthouse bei Esquimalt leuchtete erstmals am 16. November 1860, Race Rocks am 26. Dezember 1860. Vor der Insel tauchte auch relativ nahe nochmal ein Wal auf. Leider klappte das Zusammenspiel aus Kamera und Fotograf nicht so ganz, sodass es keine scharfen Bilder gab. Generell war es heute schwieriger als beispielsweise in Ecuador. Es lag vermutlich daran, dass die Wale meistens weiter weg waren und nicht so oft aus dem Wasser raus kamen wie damals.



Zurück im Hafen erwartete uns dann eine 315 km lange Autofahrt, ungefähr bis zur Mitte der Insel, in den Strathcona Provincial Park. Zuerst war der Verkehr aus der Stadt heraus relativ dicht und langsam, später waren auf dem Highway zumeist nur 80 oder 90 km/h erlaubt. Zusätzlich war der Highway ständig von Kreuzungen und Ampeln unterbrochen, sodass wir doch nur relativ langsam vorankamen. Nach ungefähr der Hälfte der Fahrt erhöhte sich das Tempolimit zumindest auf 110 km/h, und wir kamen ein Stückchen schneller voran.
Kurz vor dem Ziel gab es dann doch noch einen weiteren Einkaufsstopp, da ich am Morgen kein Wasser gekauft hatte und wir doch zu wenig Brot und Belag hatten. Etwas nach 18 Uhr kamen wir dann an, bauten unser Zelt auf, organisierten das Chaos im Auto, quatschten mit dem Host vom Campingplatz über die anstehende Wanderung und kochten Nudeln mit Tomatensoße.

Witzigerweise kam er später nochmal bei uns vorbeigeradelt und wollte wissen, wie wir ausgerechnet auf die Idee gekommen seien, den Flower Ridge Trail zu laufen, da dieser nicht so bekannt sei, vor allem nicht bei Ausländern. Normalerweise würden internationale Touristen den Elk River Trail laufen, zu dem es im Internet viele Berichte gibt. Die Antwort, dass wir den Trail von Brandon empfohlen bekommen hatten, löste seine Fragezeichen dann auf. Für uns ging es dann recht früh ins Bett. Morgen und übermorgen wartet die erste Wanderung mit Übernachtung auf uns.
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