Damit wir es heute noch möglichst weit nach Osten schaffen, hatten wir ausgemacht, dass Saskia alleine nach Pemberton fährt während ich vom Tenquille Lake wieder rauswandere und wir uns um 12:00 Uhr an einer Brücke 20 km westlich von Pemberton treffen. Bevor es mit dem wandern losging, gab es zum Frühstück wie üblich Haferflocken mit Milchpulver, Nüssen und heißem Wasser. Ein Teil von Brandons Freunden wollte an diesem Morgen noch ernsthaft klettern gehen, ich machte mich dagegen um 9:00 Uhr gemeinsam mit Chris, einem Freund von Brandon, an den Abstieg.

Wenn Chris sich nicht entschieden hätte mit mir zu laufen, wäre ich alleine auf direktem Weg um mit Saskia verabredeten Treffpunkt abgestiegen: In 9 km mit 1.500 Höhenmetern hinunter zu der Brücke 20 km westlich von Pemberton. Chris‘ Auto stand allerdings auf der anderen Seite, dort wo am Vortag die letzten 5 km nur noch mit Allrad und Bodenfreiheit machbar gewesen waren. Also liefen wir 12 km in die eigentlich falsche Richtung, dafür mit lediglich 875 Höhenmetern Abstieg, und hängten anschließend noch 20 km schlechte Schotterstraße im Auto an.

Abstieg vom Tenquille Lake – Bild 1
Abstieg vom Tenquille Lake – Bild 2

Dank der Funktion des iPhones, Nachrichten über Satellit zu verschicken, konnte ich Saskia noch unterwegs Bescheid geben, dass wir uns statt um 12:00 Uhr an der Brücke lieber um 12:30 Uhr direkt in Pemberton treffen. Chris nahm mich bis dorthin mit. Saskia war am Morgen ebenfalls gut durchgekommen, ihre 157 km hatte sie ohne viel Verkehr hinter sich gebracht.

Von Pemberton lagen dann noch 477 km bis Revelstoke vor uns, über Lillooet und Kamloops, mit einem Tankstopp als einziger nennenswerter Unterbrechung. Zuerst war die Landschaft traumhaft schön, später wurde sie deutlich karger und steppenartiger. Ab etwa der Hälfte der Strecke fuhren wir dann durch eine ziemlich verrauchte Gegend.

Bergige Landschaft am Anfang der Fahrt – Bild 1
Bergige Landschaft am Anfang der Fahrt – Bild 2
Aufsteigende Rauchwolke in der Ferne
Verrauchte Landschaft

In British Columbia brennt es derzeit an vielen Stellen gleichzeitig, Anfang August waren gut 116 Waldbrände in der Provinz aktiv. Für den Rauch entlang unserer Strecke sind vor allem die Feuerkomplexe bei Clinton und Boston Bar verantwortlich, die schon seit Anfang Juli brennen. Alle zehn kanadischen Städte mit der schlechtesten Luftqualität lagen zuletzt in British Columbia. Für uns hieß das: alles komplett trüb, die Sonne war überhaupt nicht mehr zu sehen, und im geschlossenen Auto roch man den Rauch zeitweise.

Kurz nach 19:00 Uhr kamen wir in Revelstoke an, bauten das Zelt auf und fuhren anschließend nochmal kurz mit dem Auto in die Stadt zum Einkaufen. Zum Abendessen brieten wir Zwiebeln und scharfe Salami an und mischten das Ganze mit Kartoffelbreipulver und heißem Wasser. Danach nutzten wir im Zelt noch das WLAN und planten die kommenden Tage weiter.

Kategorien: Kanada2026

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