Da wir am Vorabend ziemlich müde waren und früh schlafen gingen, waren wir am Morgen früh wach. Sicher lag das auch am Zeitzonenwechsel vom Vortag. Wir führten das übliche Morgenritual mit Zusammenpacken und Frühstückkochen durch und waren um 8 Uhr bereit zum Loslaufen.

Die ersten zwei Kilometer waren ziemlich entspannt, dann galt es, über 4 km 600 Höhenmeter hochzusteigen. Da der Weg mehr als gut ausgebaut war, war das kein Problem. Zusätzlich sorgten verschiedene Wasserfälle für Abwechslung beim Wandern.

Wasserfälle am Wegesrand – Bild 1
Wasserfälle am Wegesrand – Bild 2

Unterwegs warnten uns entgegenkommende Wanderer vor Bären nahe des Weges, aber bis wir so weit gelaufen waren, war weit und breit nichts zu sehen. Beim Emperor Falls Campground wurden wir dann erneut gewarnt, und tatsächlich konnten wir weit entfernt eine Bärenmama mit ihrem Nachwuchs sehen. Die zwei trotteten einfach den Wanderweg entlang. Als dann zwei Wanderer entgegenkamen, verschwanden die beiden Bären im Wald und gingen den Menschen aus dem Weg.

Bärenmutter mit Nachwuchs weit entfernt auf Wanderweg
Bärenmutter mit Nachwuchs weichen Wanderern aus

Kurz darauf, nach der nächsten Kurve, kamen die zwei tatsächlich wieder aus dem Wald, schauten sich um, ob Menschen gefährlich nah waren, und querten einmal den Wanderweg und dann das gesamte Tal. Wie uns später Wanderer sagten, waren es Cinnamon Black Bears. Die sind keine eigene Art, sondern eine Farbvariante des Amerikanischen Schwarzbären. In den westlichen Rockies ist über die Hälfte der Schwarzbären braun bis zimtfarben, was regelmäßig zu Verwechslungen mit Grizzlys führt.

Bärenmutter mit Nachwuchs überqueren Wanderweg

Nach 10 km erreichten wir dann den Berg Lake Campground, wo wir zuerst unser Zelt aufbauten und uns dann auf eine Bank nahe des Sees setzten, Kaffee und Tee kochten und uns Brote belegten und diese aßen.

Wunderbarer Zeltplatz
Aussicht beim Vesper auf den Berg Lake und Berg Glacier

Seinen Namen hat der Berg Lake von den Eisbrocken, die vom Berg Glacier in ihn hineinkalben und dann auf dem See treiben. Berg ist hier also nicht der deutsche Berg, sondern die Kurzform von iceberg. Während unseres Aufenthalts trieb allerdings kein einziges Stück Eis auf dem Wasser.

Frisch gestärkt ging es dann weiter. Wir liefen zum 2 km entfernten Robson Pass Campground und kämpften uns dann einen 2,5 km langen Stich ins Mumm Basin hinauf, von dem wir eine fantastische Aussicht auf den Mount Robson und seine Gletscher hatten. Der Mount Robson ist mit 3.954 Metern der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains.

Aussicht auf Mount Robson, Berg Lake, Berg Glacier und Robson Glacier
Selfie bei Aussichtspunkt

Als wir wieder zurück unten waren, steuerten wir die Route zum Snowbird Pass an. Es war klar, dass wir es nicht komplett schaffen können, uns wurde aber empfohlen, zumindest ein gutes Stück hochzulaufen, um eine tolle Sicht auf den Robson Glacier zu haben. Der Weg ging zeitweise steil hoch und war nicht einfach zu laufen. Dafür war man irgendwann oberhalb des Gletschers und konnte auf ihn hinunterschauen.

Blick auf Robson Glacier von „unten“
Blick auf Robson Glacier von „oben“ – Bild 1
Blick auf Robson Glacier von „oben“ – Bild 2
Weg in Richtung Snowbird Pass
Verbleibender Weg bis zum Snowbird Pass

Der Rückweg war dann sehr anstrengend. Zuerst war es technisch anspruchsvoll und dann wurden die Beine immer müder. Zurück am Campingplatz gab Komoot 31,6 km und 1.750 hm aus. Zum Abschluss dieser Mammutwanderung erwartete uns ein sehr erfrischendes Bad im eiskalten Berg Lake.

Anfang des Rückweges

Dann startete das übliche Abendprogramm mit Knorr-Fertiggericht (Hühnchen-Reis), mit anderen Reisenden quatschen, spülen und dann irgendwann ins Bett gehen.

Kategorien: Panamericana

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