Morgens um 9 Uhr trafen wir uns mit Alejandro, vor dessen Surfschule an der Strandpromenade von Huanchaco wir am Vorabend zufällig geparkt hatten. Da wir sowieso nochmal surfen wollten passte das gut und wir verabredeten uns für eine Surfstunde am nächsten Morgen.

Im Gegensatz zu Máncora wird man hier nicht vom Lehrer in jede Welle geschoben, sondern erhält klare Anweisungen und muss selbst versuchen, in die Welle zu starten. Das gefiel uns sehr gut – so konnten wir eigenständig ausprobieren, experimentieren und uns mit den unterschiedlichen Wellen und dem richtigen Timing auseinandersetzen. Hin und wieder bekamen wir dennoch einen kleinen Schubser als Unterstützung. Insgesamt war es mit Alejandro prima und machte viel Spaß. Anders als in Máncora gab es zwischen den Wellen auch immer wieder Pausen, um auf eine passende nächste Welle zu warten.

Nach der Stunde steuerten wir den Palacio Nik-An, den Hauptkomplex der Lehmziegelstadt Chan Chan, an. Die weitläufige Anlage war einst Teil der Hauptstadt des Chimú-Reichs, das zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert entlang der Nordküste Perus florierte. Chan Chan gilt als die größte präkolumbianische Stadt Südamerikas aus Lehm und war zur Blütezeit eine beeindruckende Metropole mit schätzungsweise bis zu 60.000 Einwohnern. Seit 1986 zählt Chan Chan zum UNESCO-Weltkulturerbe – und steht zugleich auf der Liste des gefährdeten Welterbes, da die empfindliche Lehmarchitektur durch Regen und Klimaveränderungen stark bedroht ist.

Statt einen der sich recht aufdrängenden Guides zu buchen, entschieden wir uns für ein schön gestaltetes, englischsprachiges Heftchen, das den selbstständigen Rundgang begleiten sollte. Leider passten die Nummern auf der Karte nicht zu den beschriebenen Highlights, sodass wir immer wieder recht orientierungslos durch das Gelände wanderten. Dennoch ließen sich viele interessante Details entdecken: kunstvolle Wandreliefs mit Fischmotiven und geometrischen Mustern, zeremonielle Höfe, ein Wasserbecken im Innenhof sowie ein verzweigtes Wegenetz mit hohen Lehmwänden, das uns durch die ehemalige Palastanlage führte.

Palacio Nik-An (Chan Chan) – Bild 1
Palacio Nik-An (Chan Chan) – Bild 2
Palacio Nik-An (Chan Chan) – Bild 3
Palacio Nik-An (Chan Chan) – Bild 4
Palacio Nik-An (Chan Chan) – Bild 5

Im Anschluss besuchten wir das zugehörige Museo de Sitio de Chan Chan. Es ist zwar klein, aber informativ. Dort erfuhren wir mehr über die sozialen Strukturen, das Kunsthandwerk und die religiösen Vorstellungen der Chimú.

Leider war es nach dem Museumsbesuch bereits zu spät, um noch die nahegelegene Huaca Arcoiris und die östlich von Trujillo liegenden Huaca de Sol und Huaca de Luna zu besuchen, die bereits um 15 Uhr schließen. Daher ging es doch nochmal zurück nach Huanchaco, wo wir den Tag entspannt ausklingen ließen. Unter anderem schauten wir zu, wie sich Surfer in die Abendwellen warfen.

Promenade von Huanchaco
Surfer in Huanchaco
Kategorien: Panamericana

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