Nach dem Frühstück wurden wir beim hotel abgeholt, und zu dem vermutlich keinen Kilometer entfernten Hafen gefahren. Dort angekommen wurden wir dann mit vielen anderen Touris, die alle bei unterschiedlichen Agenturen gebucht hatten, auf ein Boot geladen. Zuerst überquerten wir die Bucht und hielten am El Candelabro. Dabei handelt es sich um eine große Bodenzeichnung im Stil eines Kandelabers, die sich an einem Hang der Halbinsel Paracas befindet. Die rund 180 Meter hohe und etwa einen halben Meter tiefe Figur ist vom Meer aus gut sichtbar und wurde vermutlich etwa 200 v. Chr. angelegt. Ihre genaue Bedeutung ist bis heute ungeklärt. Während einige Forscher eine Verbindung zur Paracas-Kultur vermuten, sehen andere darin ein nautisches Orientierungssymbol für Seefahrer

El Candelabro – Bild 1
El Candelabro – Bild 2

Anschließend ging es weiter zur Isla Blanca. Normalerweise werden die Touris zu den weiter entfernten Islas Ballestas gefahren. Aufgrund des Wellengangs war es aber nicht möglich aus dem von der Paracas-Halbinsel geschützen Bereich hinausfahren, dass nur die kleinere, aber laut Verkäufer genauso gute, Isla Blanca angefahren werden konnte.

Isla Blanca

Dort angekommen konnten wir zu erst einen recht prächtigen Seelöwen-Bullen entdeckten. Und wenig später hatten wir das Glück einen Humboldt-Pinguin in Begleitung von zwei Jungtieren zu sehen.

Südamerikanischer Seelöwe (Otaria flavescens)
Humboldt Pinguine (Spheniscus humboldti)

Dann wechselte der Fokus von den schwimmenden zu den fliegenden Tieren. Als erstes wurden uns Inkaseeschwalben gezeigt, die mit ihrem roten Schnabel, den gelben Wangen und dem weißen Gesichtsfedern sehe eindrucksvoll aussehen.

Inkaseeschwalbe (Larosterna inca) – Bild 1
Inkaseeschwalbe (Larosterna inca) – Bild 2

Ein Vogel mit schwarzem Gefieder und dunklem Schnabel, dessen Spitze fast glühend rot wirkte, war deutlich schwerer zu identifizieren. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Jungtier der Inkaseeschwalbe.

Subadulte Inkaseeschwalbe (Larosterna inca)

Auch die Humboldtscharbe war nicht sofort zu erkennen, da ich hier ebenfalls ein Jungtier erwischt hatte. Neben dem Fotografieren bleibt auf so einem schaukelnden Boot leider keine Zeit, die Namen mitzuschreiben die die Guide erzählte.

Subadulte Humboldtscharbe (Nannopterum brasilianum)

Dann entdeckten wir noch den Peruanischen Tölpel, dessen Verwandte mit den blauen Füßen (Blaufußtölpel) wir in Ecuador mehrfach gesehen haben.

Peruanischer Tölpel (Sula variegata)

Dann machten wir noch ein schönes Foto von Chilepelikanen – die auf Englisch interessanterweise Peruvian Pelicans heißen.

Chilepelikan (Pelecanus thagus)

Bevor es zurückging, fotografierte ich noch (in mäßiger Qualität) Guanokormorane hoch oben auf den Felsen. Diese Vögel spielten einst eine zentrale Rolle für den peruanischen Export: Ihr Guano, also Vogelkot, war im 19. Jahrhundert ein weltweit gefragter Dünger und machte zeitweise bis zu 60 % der Staatseinnahmen aus. Die Bestände des Guanokormorans lagen damals bei rund 30 Millionen, heute sind es nur noch wenige Millionen.

Guanokormoran (Leucocarbo bougainvilliorum) – Links im Bild

Zurück in der Stadt Paracas gingen wir noch kurz einkaufen und liefen dann ins Hotel zurück. Nach einer kleinen Pause packten wir unsere Sachen und machten uns gemeinsam mit Bernie auf den Landweg ins Reserva Nacional de Paracas. Zu dem Schutzgebiet gehört nicht nur das geschützte Meeresareal, sondern auch ein Teil der weitläufigen, wüstenartigen Küstenlandschaft.

Unser erstes Ziel war eine Lagune im Süden des Reservats, in der Nähe der Salinas de Otuma, die für ihre auffällige rosa Färbung bekannt ist. Die Straße dorthin war jedoch in einem katastrophalen Zustand und äußerst anstrengend zu fahren. Daher war es ganz passend, als wir etwa auf halber Strecke eine Pause einlegen konnten, bei einem kurzen Rundweg, auf dem Fossilien zu entdecken waren. Die dort gefundenen Überreste stammen überwiegend aus dem Miozän und zeugen davon, dass dieser Teil der Wüste einst Meeresboden war.

Fossilien

Danach fuhren wir weiter zur Lagune. Dort bot sich uns das erhoffte Farbspiel: Auf der einen Seite des Weges schimmerte das Wasser pink, auf der anderen Seite gelblich.

Bernie umgeben von pinken und gelben Wasser

Von dort ging es einige Kilometer zurück bis zu einem Abzweig, wo wir zum Mirador El Cathedral abbogen, und ab wo die Straße zum Glück signifikant besser zu fahren war. Die Felsformation El Cathedral war ein natürlicher Felsbogen, welcher allerdings beim Erdbeben von 2007 weitgehend zerstört wurde. Übrig blieb nur ein Teil der einst monumentalen Struktur, der immer eindrucksvoll aussieht.

Überreste von El Cathedral
Aussicht auf die steile Küste

Anschließend steuerten wir den Playa Roja an, wo uns wenig überraschend ein roter Strand erwartete.

Playa Roja
Selfie an Playa Roja

Da man im Schutzgebiet nicht übernachten darf fuhren wir zurück zum Stadtrand von Paracas, wo wir auf einer mehr oder weniger schönen staubigen Wendeplatte am Ende einer Straße standen.

Kategorien: Panamericana

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