Nicht nur wir sind zurück in Deutschland
Es ist jetzt drei Monate her, dass wir zurück in Deutschland sind. Wir haben nicht nur viele tollen Erinnerungen von der Reise mitgebracht, sondern hatten auch das Glück, dass viele neue persönliche Beziehungen entstanden sind, die es auch zurück über den Atlantik geschafft haben. Und es ist jedes Mal etwas Besonderes, wenn man sich nun auch in Deutschland wieder sehen darf. Und wir sind sehr froh, dass wir jetzt schon vier Mal die Gelegenheit hatten, in Südamerika gefundene Freunde wieder zu sehen.
Besuch in Regensburg bei Susi und Stefan
Als mich die Arbeit für einen Workshop am 23. September in die bayerische Oberpfalz führte, nutzte ich die Chance und machte am Vorabend einen Stopp bei Susi und Stefan in Regensburg. Da das unter der Woche war, konnte Saskia leider nicht mit, und es war auch ziemlich spontan, sodass Susi leider auch schon verplant war. Aber Stefan hatte zum Glück Zeit für mich. Zuerst durfte ich die überraschend schräge, aber sehr schöne neue Wohnung der beiden bewundern, bevor es für uns beide in ein Restaurant zum Abendessen ging. Anschließend zogen durch die Gassen und ich durfte die besten Kneipen in Regensburg kennenlernen. Regensburg selbst ist nicht nur eine tolle Stadt, sondern es war auch einfach schön, gemeinsam an die Zeit in Südamerika zurückzudenken. Bevor es halbwegs pünktlich ins Bett gehen musste, war dann Susi aber auch zurück, und wir konnten uns auch noch kurz persönlich sehen. Und da Saskia nicht dabei sein konnte, videotelefonierten wir noch kurz zu viert.

Mit Stefan in Regensburg
Kennengelernt hatten wir Susi und Stefan an Tag 142, als sie abends zufällig am selben Stellplatz wie wir standen. Da wir damals noch mit Emily und Brandon unterwegs waren, hatten wir zu dem Zeitpunkt gar nicht soviel Zeit für Susi und Stefan. Aber Saskia blieb in Kontakt und organisierte uns dann ein Treffen beim Karneval in Oruro (siehe Tag 197). Einige Tage später trafen wir uns dann nochmal in La Paz, wo wir unter anderem einen gemeinsamen Ausflug machten, und die Death Road hinunter radelten (siehe Tag 217). Und tatsächlich gab es noch ein weiteres Treffen: Als wir nach dem Besuch bei Machu Picchu nach Hidroeléctrica wanderten (siehe Tag 248), kamen sie uns entgegen, und wir konnten uns noch einmal ganz kurz ‚hallo‘ sagen. Und Stefan nahm mir damals eine große Sorge, indem er mir ein Schlafsack-Inlay auslieh, was sehr wichtig für die kalten Nächte auf den Huayhuash-Trek war.
Emily und Brandon zu Besuch bei uns in Tamm
Wir hatten lange gehofft und es stellte sich am Ende tatsächlich als Realität heraus, dass Emily und Brandon ihre Weltreise in Deutschland beenden würden. Die zwei hatten uns sehr lange in Südamerika begleitet. Zuerst hatten wir uns in der Antarktis kennengelernt. Anschließend wanderten wir in Ushuaia viel gemeinsam (siehe Tag 97-98 und Tag 99-100) und sahen sie am Abend des ersten Tages des W-Treks wieder (siehe Tag 111-115). Einige Tage später nahmen sie uns mit auf den Huemul Circuit (siehe Tag 118-121), was wir uns ohne sie nicht getraut hätten, aber vermutlich eine der tollsten Wanderungen der Welt ist. Und ab meinem Geburtstag (siehe Tag 132) lebten wir dann sogar drei Wochen lang gemeinsam in Bernie und haben gemeinsam die Carretera Austral bereist, bis sich unsere Wege in Puerto Montt wieder trennen mussten (siehe Tag 152).
Und nun, an einem Dienstagabend, durften wir die zwei wieder in die Arme schließen. Sie kamen gemeinsam mit Max aus Würzburg zu uns gefahren. Brandon hatte vor einigen Jahren mit Max gemeinsam in einer WG gewohnt, und ihre „Base“ für ihren kurzen Deutschland-Aufenthalt war in Würzburg im Elternhaus von Max. Natürlich gab es zur Begrüßung eine Runde Pisco Sour und dann ging es gemeinsam mit den dreien und meinem Papa nach Bietigheim in eine Besenwirtschaft. Mein Papa und Emily und Brandon hatten sich an Tag 151 in Puerto Montt kennengelernt, daher war das Wiedersehen natürlich doppelt schön. Nicht nur die Atmosphäre in der umgebauten Scheune gefiel ihnen sehr gut, sondern auch das Essen kam überaus gut an. Zurück in Tamm spielten wir natürlich Bonanza, oder wie Brandon sagt, „Beans“. Das Spiel hatte sich damals in Bernie schnell zu Brandons Lieblingsspiel entwickelt – und so war es schon vorbestimmt, dass wir es auch an dem Abend spielen würden.

Abendessen in Besenwirtschaft
Den Mittwoch hatte ich dann frei genommen (was Saskia als Lehrerin natürlich leider nicht konnte), und wir fuhren nach einem Weißwurstfrühstück nach Bad Cannstatt, wo es ins Mercedes-Benz Museum ging. Alle, auch ich der schon mehrfach dort war, waren sehr begeistert von dem Besuch. Danach war für Saskia die Schule zum Glück auch aus, und wir trafen uns am Eingang zum Wasen, wo wir Mittag essen wollten. Den Plan, noch bei der Grabkapelle spazieren zu gehen, verwarfen wir, und genossen dann den Nachmittag bei Sonnenschein auf dem Wasen. Nach dem Wasen ging es zurück nach Tamm, wo wir nochmal eine Runde Bonanza spielten, bevor es für die Drei zurück Richtung Würzburg ging.

Weißwurstfrühstück

Dresden: Sonja, Ronny und Paula
Bereits in Südamerika hatten wir mit Sonja, Ronny und Paula ausgemacht, dass wir sie über das lange Wochenende vom dritten Oktober in Dresden besuchen würden. Zum einen, weil sie ja zu unserem großen Glück einiges unseres „Hausstandes“ mit nach Deutschland zurück verschifften, und zum anderen, weil wir die drei einfach unbedingt zeitnah wieder sehen wollten. Als wir das ausgemacht hatten, wussten wir noch nicht, dass das schon das dritte Wiedertreffen mit neuen Freunden aus Südamerika sein würde. Kennengelernt hatten wir die Drei in Ushuaia nachdem wir aus der Antarktis zurückkamen, wo sie auf dem selben Parkplatz übernachteten wie wir. An welchem Tag es genau war, wissen wir aber gar nicht mehr. Zum ersten Mal wiedergesehen haben wir uns dann zufällig einige Tage später bei der Laguna Esmeralda (ein wenig außerhalb von Ushuaia) an Tag 101, wo wir dann auch Handynummern austauschten. An Tag 108 folgten wir den Dreien zu einem wunderschönen Stellplatz kurz außerhalb vom Torres del Paine Nationalpark, wo wir an Tag 109 noch das Glück hatten, dass uns Ronny dabei half, einen unserer beiden platten Reifen zu tauschen. Zwei Tage später am ersten Tag vom W-Trek (siehe Tag 111-115) trafen wir uns auf dem ersten Gipfel mit Ronny zur Mittagspause. Ab da wären die drei eigentlichen weiter nördlich von uns unterwegs gewesen, aber da Sonja leider einige Zeit gesundheitlich angeschlagen war, holten wir sie wieder auf. So konnten wir unter anderem mit Ronny und Paula, sowie meinem Papa gemeinsam auf den Volcan Osorno (siehe Tag 154) steigen. Ab diesem Zeitpunkt waren wir dann „vor“ ihnen unterwegs. Aber, da wir am Ende der Reise zurück nach Santiago fuhren, und die drei einen kleinen Umweg für uns einbauten, konnten wir uns tatsächlich noch einmal in Ecuador in Puerto Lopez am Strand wieder sehen. Wir trafen uns am Abend von Tag 304, machten an Tag 305 einen tollen Ausflug mit dem Schiff zur Isla de la Plata, bevor wir an Tag 306 uns wieder verabschieden mussten.
Dreieinhalb Monate später, am Donnerstag, den 2. Oktober, ging es nach der Arbeit mit dem Auto los in Richtung Dresden. Leider kamen wir aber erst so spät an, dass außer Ronny schon alle im Bett waren. Den Freitag starteten wir super gemütlich, frühstückten und verbummelten den Vormittag. Dann ging es für Paula zu den Großeltern, und für uns ging es zu Ronnys Lieblingsdöner, von dem er schon in Südamerika öfters laut geträumt hatte. Nach einem tatsächlich sehr leckeren Döner ging es dann los zu einem gemütlichen Stadtbummel. Über einen Biergarten an der Elbe kamen wir zur Semperoper, wo Sonja und Saskia spontan an einer Führung teilnahmen, und Ronny und ich in der Nähe auf einer Dachterrasse ein Bierchen tranken. Anschließend ging es weiter durch die Stadt und irgendwann gab es dann Abendessen bei einem Asiaten. Für Sonja, die leider etwas krank war, ging es dann heim, und wir zogen zu dritt weiter in Richtung Neustadt.

Beim besten Döner-Laden Dresdens (oder gar der Welt?)
Am Samstag morgen führte uns Ronny dann in die wunderbare Sächsische Schweiz, wo er mit uns einen Klettersteig machte. Tatsächlich war es der erste Klettersteig, den wir jemals machten, und es machte ziemlich viel Spaß. Und auch mit dem Wetter hatten wir Glück, da es trotz eines eher durchwachsenen Wetterberichts halbwegs trocken blieb und nicht zu windig war.

Selfie bei der Schrammsteinaussicht
Anschließend ließ uns Ronny bei der Bastei raus, da er zurück nach Dresden für ein Fußballspiel musste. Die Bastei ist mit ihrer beeindruckenden Sandsteinformation und der weithin sichtbaren Brücke das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz. Wir bestaunten die Sehenswürdigkeiten, und liefen anschließend den Wanderweg zur Elbe runter, von wo es dann mit der S-Bahn zurück nach Dresden ging.

Bastei-Brücke
Am Sonntag gab es nochmal ein leckeres Frühstück, wir ließen gemeinsam mit Paula einen Drachen steigen machten uns dann auf die doch recht lange Fahrt zurück nach Tamm.

Paula beim Drachen steigen lassen
Erfurt: Robert und Familie
Das vierte Wiedertreffen war genauso wie das erste – nur wieder alleine. Da mich die Arbeit nach Dessau führte, nutzte ich die Chance, auf der Hinfahrt abends am 11. November einmal in Erfurt bei Robert zu stoppen.
Robert hatten wir genauso wie Emily und Brandon auf der Antarktis kennengelernt, und nachdem wir zurück in Ushuaia waren, waren wir mehrmals mit ihm wandern (siehe Tag 98). Und für zwei Nächte im Parque Tierra del Fuego schlief er sogar zwei Nächte bei uns im Wohnmobil (siehe Tag 99-100). Er war also der erste Mitfahrer in Bernie, den wir auf der Reise hatten, und natürlich auch danach von uns interviewt wurde (siehe hier).
Angekommen in Erfurt durfte ich dann aber zunächst Verena und Mads kennenlernen. Da Roberts Fortbildung an dem Tag etwas länger ging als erhofft, empfingen mich zuerst einmal Roberts Frau und Kind, und wir stellten uns selbst einander vor. Wenig später war dann auch Robert da. Da Dessau leider noch ein gutes Stück zu fahren war, konnte ich leider nicht zu lange bleiben, wurde aber noch mit einem sehr leckeren Chili sin Carne verwöhnt, das Verena extra gekocht hatte.

Abendessen mit Mads, Verena und Robert
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