Bevor es losging, drehten wir am Morgen noch eine Runde durch Lake Louise: Lebensmittel einkaufen, durch die Läden bummeln und das Visitor Centre des Nationalparks anschauen. Dann ging es auf den Icefields Parkway Richtung Norden.

Erster Stopp war der Herbert Lake, der spiegelglatt die Berge zeigen sollte. Dafür war es allerdings zu windig, und die Gipfel im Hintergrund steckten auch noch in den Wolken, der Stopp hat sich also nicht so wirklich gelohnt.

Deutlich besser war der Crowfoot Glacier Viewpoint mit einer tollen Aussicht auf den Gletscher. Nur zwei Kilometer weiter am Bow Lake Viewpoint stand dagegen eine Schlange, um überhaupt auf den Parkplatz zu kommen. Die Wartezeit lohnte sich nur bedingt: ein sehr schöner See, aber nicht außergewöhnlich fotogen.

Crowfoot Glacier – Bild 1
Crowfoot Glacier – Bild 2

Kurz darauf hielten wir noch einmal bei der Num-Ti-Jah Lodge, wo wir an einem Picknicktisch direkt am Bow Lake wunderbar vespern konnten.

Aussicht vom Vesperplatz am Bow Lake
Num-Ti-Jah Lodge am Bow Lake

Weiter ging es zum Peyto Lake, wo sich der Stau auf den Parkplatz wiederholte. Zuerst liefen wir zur großen Plattform, auf der sich sehr viele Menschen drängten. Auf OpenStreetMap fanden wir dann 500 Meter entfernt einen weiteren Aussichtspunkt, an dem es deutlich ruhiger war.

Selfie über dem Peyto Lake
Peyto Lake vom ruhigen Aussichtspunkt

Infotafeln erklärten, woher die Farbe kommt. Der Peyto-Gletscher zermahlt das Gestein unter sich zu feinem Staub, den das Schmelzwasser als Gletschermehl in den See trägt. Die Partikel sind so leicht, dass sie nicht absinken, und sie schlucken einen Teil des blauen Lichts. Je mehr Gletschermehl im Wasser schwebt, desto grüner wirkt der See. Benannt ist der See nach Bill Peyto, der 1887 nach Kanada kam, in Banff als Guide und Trapper arbeitete und später einer der ersten Park Warden wurde. Er zeltete oft hier oben, um dem Trubel in Banff zu entgehen. Ausgesprochen wird der Name „Pieto“, nicht „Pejto“.

Als Nächstes steuerten wir den sehr sehenswerten Mistaya Canyon an. Vermutlich weil es schon später Nachmittag war, war die Parkplatzsituation nicht mehr ganz so schlimm und wir mussten nicht anstehen. Nach 500 Metern Fußweg standen wir an der Schlucht, die sich erstaunlich tief ins Gestein geschnitten hat. Nach ein paar Fotos gab es Kaffee und dazu das Bananenbrot vom Morgen.

Mistaya Canyon

Beim The Crossing Resort legten wir einen kurzen Stopp ein und bummelten durch den Gift Shop. Danach fuhren wir den einen Kilometer weiter zum Howse Pass Viewpoint, von dem man sehr schön den North Saskatchewan River überblickt und in Richtung des Howse Pass schauen kann. Erschlossen ist der Pass bis heute nicht. Über den Howse Pass zog 1807 David Thompson von der North West Company als erster Europäer, auf der Suche nach einer Handelsroute über die Rocky Mountains zum Columbia River und damit zum Pazifik. Benannt ist der Pass nach Joseph Howse von der Hudson’s Bay Company, der ihn selbst erst 1809 überquerte. Drei Jahre lang lief der Pelzhandel nach Westen über diese Route, dann sperrten die Piikani den Zugang, weil sie den Waffenhandel mit den Ktunaxa jenseits der Berge verhindern wollten. Thompson wich daraufhin auf den Athabasca Pass weiter im Norden aus.

Blick vom Howse Pass Viewpoint

Zum Schluss ging es zum Thompson Creek Campground am Highway 11, schon außerhalb des Banff National Park. Dort bauten wir das Zelt auf, kochten und konnten sogar ein Feuer machen. Für faire 10 CAD, gab es eine Schubkarre Holz, das allerdings so feucht und schlecht abgelagert war, dass wir direkt mit einer ordentliche Menge Methanol aus dem Trangia-Vorrat nachhalfen.

Feuer am Thompson Creek Campground
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